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Schmerzfragebogen/geprüfte Selbstmitteilungen Validität der Selbstauskunftsfragebögen ist wissenschaftlich dokumentiert F.Wolfe, Rheumatology; Dr.Widder in REHA und Teilhabe, 3.Auflage, DÄV 2006, Seite 293ff). Da die Schmerzerfahrung subjektiv ist, gilt die Selbsateinschätzung des Probanden als das höchste (valide) Meßergebnis dieser Erfahrung. Fragebögen werden benutzt, um die multi-dimensionale Natur der Schmerzerfahrung einzuschätzen; diese haben sich als verläßliches und konsistentes Meßwerkzeug gezeigt. Das Chronifizierungsstadium III wird errechnet, also mit schwieriger Therapierbarkeit, nur ‚interdisziplinär’ behandelbar, aber mit unterschiedlichem Outcome, je nach Schwere der Beeinträchtigung von Alltagsfunktionen. Der Behandler muss nicht an Schmerzen ‚glauben’ (‚nachvollziehbar’); Schmerzen bedeuten subjektive Realität des Betroffenen, sie sind so nur ‚anzuerkennen’. Leidendruck ist nicht immer offen sichtbar, häufig nur schmerzpsychotherapeutisch indirekt zu erfassen. Das Chronifizierungsstadium ist primär nur kurativ zu verwenden. Subjektives Schmerzerleben ist auch bei Strukturschädigungen durch Bildgebung nicht zu belegen. Voraussetzung ist, die Angaben im Schmerzfragebogen auf Konsistenz im Längs- und Querschnitt anamnestisch und nach Aktenlage zu überprüfen, d.h. im intensivem Gespräch Anamnese und Befunde zu diskutieren. Wesentlich ist, die SchmerzVORerfahrung festzustellen, deren Zielstrukturen sind der Mandelkern (Amygdala), der Hippocampus und das Vorderhirn, diese „speichern“ die „Chronifizierung“ von (normalen) nozizeptiven Impulseinströmen in die höheren sensorischen Hirnzentren nach Bewußtwerden im Vorderhirn und im vorderen Gyrus cinguli, auch psychische VORerfahrung wird ähnlich in den gleichen Arealen verarbeitet. Pathologische Impulse nach Nervenschädigungen (neuropathische) werden indes direkt in das Gehirn durchgeschaltet. Nozizeptive Impulse erfahren zentrale Sensibilisierung und können infolge Dauererregbarkeit spontan ohne Gewebeschädigung die ansonsten hemmenden Prozesse in erregende umwandeln und so Dauerschmerzen produzieren. Auch entzündungsfördernde chemische Stoffe spielen eine Rolle nach Aktivierung der Mikroglia. Man sieht häufig Muskelmitbeteiliguung beim Schmerzgeschehen. Auch Hormone sind beteiligt. Bei neuropathischen Schmerzen fallen Interneurone im Rückenmark weg (Wegfall der körpereigenen Schmerzhemmung, bei zunächst nozizeptiver Schmerzbegründung kommt es zur Verminderung von Serotonin und Noradrenalin im Hirnstamm mit Reduktion der DNIC (der diffusen Schmerzhemmung). Für chronifizierte Schmerzen gibt es leider keine „Löschtaste“, diese können nur „überschrieben“ werden, d.h. über Relearning (eigenmotiviertes Erlernen neier Verhaltensweisen u.a.). Somatische, psychische Begründbarkeit, auch solche, die in der Person, der Persönlichkeit, dem Umfald sowie den Umfeldbedingungen zu finden sind, ebenso wie soziale Begründbarkeit von chronifizierten Schmerzen, bedeutet Dauerstressbelastung höherer Hirnstrukturen mit Aktivierung des Stress-Systems (Cortison, Noradrenalin) durch CRH. Chronischer Stress ist ein Dauerstressor, der das Stress-System erschöpft; Ähnliche Wirkung haben psycho-soziale Belastungen, extrem mit Persönlichkeitsveränderungen (ICD-10 GM F62.80). Trotz unterschiedlicher Aetiologien und Schmerzbegründungen kann immer nur EIN Schmerz erlebt und empfunden werden. Eigenmotiviertes Erlernen neuer Verhaltensweisen ist Teil der Therapie, d.h. eigenmotivierte Veränderungsbemühungen. Cave Verhaltenstherapie bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung, diese Verfahren chronifizieren hierbei nur weiter. Psychische Störungen verstärken sich bei Stressbelastung, parallel zu medizinischen Faktoren, darunter versteht man konkreter erfassbare Erkrankungen der struktur-orientierten somatischen Medizin, kodiert als F54. Chronischer Schmerz ist die Konsequenz modifizierter Reizverarbeitung Durch das ZNS (Definition). Der Lebensvollzug kann auf Dauer eingeschränkt sein, falls keine eigene Gegensteurung eintritt. Schmerzen können persistieren. Psycho-somatische Faktoren wie Depression, Angst, dysfunktionale Einstellungen und Kognitionen , z.T. passives Lösungsverhalten, hoch belastete Biografie u.a. verstärken Schmerzempfindung und –erleben. Somatische Kontrollattribution verlangt häufig tägliches Aufsuchen von Behandlern, meistens ohne wirklich länger andauernden Effekt, netto ergibt sich sogar in.der Regel eine sich verschlechternde Wirkung. Somatisierungstörung bedeutet die Tendenz, bei psycho-sozialen Belastungen, Konflikten, Sorgen u.a.mit aversiven körperlichen Empfindungen zu reagieren. Muskelproblematik Die Muskulatur wird in verschiedenen Regionen als schmerzhaft erlebt mit gefühlter Bewegungseinschränkung und Angst-/Schon-/Vermeidensverhalten. Von Tender points strikt zu trennen sind die neuro-muskulären Trigger Punkte, die in der Regel als Stränge vorliegen (taut bands) mit spontanen Übertragungsschmerzen sowie auf Druck in weitere Muskelgruppen mit Muskelverkürzung und Muskelschwäche. Tender Points ohne anatomisches Substrat werden nicht mehr aufgesucht, da diese unpezifisch sind, keine Diagnose erfolgen kann sowie keine Therapiekonsequenz folgen lassen (siehe Cohen – Weltschmerzkongress San Diego, Okt.2002, und F.Wolfe, 2003 – TPs nicht mehr im klinischen Kontext anwenden). |
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