Privatärztliche Praxis Dr Frieling - Schmerzgutachten   Herner Str. 351
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Privatärztliche Schmerzpraxis und Gutachteninstitut
Kopfschmerzen

Migraine – Cluster-Kopfschmerz (CH)
Chronifizierung der 23 Migraine-Formen nach der Klassifikation II ist unbedingt zu vermeiden
  1. wegen der Gefahr der psychischen Mitbeteiligung
  2. als Ko-Morbidität bei z.B. Fibromyalgie-Syndrom, chronischen Rückenschmerzen u.a.
  3. Verschlimmerung zu Marklagerpathologien, Eisenüberladung
  4. zur Vermeidung von Hirnischämien, Schlaganfall
Migraine ist nicht einfach Migraine nach Erich Kästner, sondern kann chronifizieren mit Schmerzausweitung, sobald bei unzureichender Behandlung der Thalamus im Zwischenhirn erreicht wird, sodass auch Ganzkörperschmerzproblematiken auftreten können wegen zentraler Sensibilisierung und Prozessen von Desinhibition (Wegfall der Hemmung).

Es geht nicht nur um Migraine als primäre Kopfschmerzform, auch um Cluster-Kopfschmerz, SUNCT; diese werden auch mit Triptanen behandelt, ebenso wie sekundäre Kopfschmerzformen, die wie Migraine phänomenologisch beschrieben werden können.

Ich erwähne Differentialindikation bei unterschiedlichen Migraine- Ausprägungen.
  1. Sumatriptan (Imigran) ist als ältestes Triptan noch nebenwir- kungsreich (Flush, thorakale Enge, Gegenanzeige bei koronarer Herzkrankheit, cave Bluthochdruck) – ich benutze es auschliess- lich noch bei Cluster-Kopfschmerz-Betroffenen, der vernichtends- te vorstellbare Kopfschmerz, der ein Medikament benötigt, das sehr schnell anflutet, wobei sofort mit Sauerstoff-Gabe begonnen wird (Dauer der Attacke zwischen 15 bis 45 Minuten, diese kann aber auch bis zu 180 Minuten andauern); wegen des notwendigen schnellen Wirkungseintritts sind nur Kartuschen , s.c.injiziert, anzuwenden. Es gibt neben akuten Formen auch chronische des CH, die, bei 2-8 möglichen Attacken täglich, auch ebenso viele Injektionen neben Sauerstoff und Prophylaktika benötigen. Überraschender- weise ergibt sich keine Abhängigkeit, keine Attackenzunahme in Frequenz und Dauer, auch keine Gewöhnung.

  2. Naratriptan (Naramig) flutet langsam über 2-3 Stunden an, also brauchbar für langsamen Anstieg der Beschwerden bis zur Attacke, als Nischensubstanz hat es hier seine Indikation; es ist auch bei schwergradigen Anfällen effektiv, die länger andauern, man benötigt so pro Attacke weniger Tabletten – ansonsten sind bis zu 3 pro Attacke erlaubt (bei der Migraine).

  3. Rizatriptan (Maxalt) wirkt schnell, sicher und ausreichend. Bei ca 20% der Migrainiker ist ein Triptan wirkungslos – Triptan- Rotation ist ein Werkzeug zur Wirkungsfindung. Sogenannter Wie- derkehrkopfschmerz (Recurrence) ist bei 20-25% der Fälle ein Problem. Die bald marktreifen CGRP-Hemmer haben dieses Manko nicht.

  4. Zolmitriptan (Ascotop) besitzt ein ähnliches Wirkprofil.

  5. Frovatriptan (Allegro) findet abnehmende Anwendung wegen unzureichender Wirkung für schwere Attacken nach dem Glaxo-Schema, es ist ausreichend für leichte bis manchmal mittelschwe- re Attacken.

  6. Almogran, wie c) und d), dazu preiswert, wird leider zu wenig angewendet.

  7. Eletriptan (Relpax), m.E. die beste verfügbare Substanz mit li- nearer Dosis-Wirkungsbeziehung, aber bei 80mg zu teuer, die für Deutschland zugelassenen 40mg sind sicher nicht ausreichend wirksam.

Sekundäre Kopfschmerzformen mit Migraine-Phänomenologie sprechen auch auf Triptane an, z.B. bei seltenen Formen wie bei Neuro-Borreliose, Neuro-Sarcoidose, nach Schädel-Hirn-Traumen.