Privatärztliche Praxis Dr Frieling - Schmerzgutachten   Herner Str. 351
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Privatärztliche Schmerzpraxis und Gutachteninstitut
Fibromyalgie-Syndrom

Fibromyalgie-Syndrom
Der Optimist

Die Ausführungen beziehen sich, soweit wie möglich, auf die Erkrankung Fibromyalgie-Syndrom (FMS). Eine kritische Beleuchtung von Behandlern mit deren Methoden erscheint mir notwendig, ebenso wie die Diagnosefelder, die sich um diese Entität ranken. Inzwischen sind 18 Jahre vergangen, seitdem das American College of Rheumatology (ACR) Kriterien zur Diagnosestellung veröffentlichte. In Deutschland erweiterten Müller und Lautenschläger diese um funktionelle medizinische und psychische Beschwerdenaufnahme in die diagnostischen Überlegungen. Medizinische Sachverständige tun sich auch heute noch schwer, Beeinträchtigungen/Behinderungen, das Leistungsvermögen einzuschätzen und zu bewerten. Ein wichtiger Hinweis zur Abbildung des Gesamtkrankheitsgeschehens, man spricht auch von Erkrankung aus dem Formenkreis CWP (Chronic Widespread Pain), nach ICD-10 GM (German Modification) M79.70 mit ihren psycho-phyiologischen und pscho-sozialen Folgen zu erfassen, macht es notwendig, soviele Kodierungen wie notwendig aufzuführen, um auch alle Ko-Morbiditäten ihrer vollständigen Ausprägung und Auswirkungen darzustellen.

Leider verschwindet FMS oft hinter orthopädischen und psychiatrischen Diagnosen und Kodierungen (z.B.Wirbelsäulen-/Gelenkschmerzen, -algien, Depression, anhaltende somatoforme Schmerzstörung, Dysthymia), wenn wenigstens R52.2 (chronische Schmerzen) kodiert würde.
So wurde FMS nicht in die Liste chronischer Erkrankungen der GKV (Gesetzliche Kranken-Versicherung ) aufgenommen, obwohl sie nach den Kriterien dorthin gehört (schwer-wiegende chronische Erkrankung, kostenintensiv). Die Abneigung vieler KollegInnen, FMS mit ‚Augenverdrehen’ beiseitezuschieben, hat uns dieses Ei beschert.. Schmerzkrankheit wurde nachträglich in diese Liste aufgenommen, so erscheint diese Problematik gelöst. Z.Z. sind uns viele Chroniker willkommen, also die schlechten Risiken, man muss sie nur sehr sparsam behandeln...
Nach der höchst dankenswerten interdiziplinären Erarbeitung der S3-Leilinie innerhalb der AWMF (Arbeitsgemeinschaft Medizinischer Wissenschaftlicher Fachgesellschaften) mit Teilnahme von Patienten- und Selbsthilfegruppen wird diese aktuell kurativ (auf die Behandlung bezogen) zunehmend akzeptiert und angewendet, während gutachtlich sich noch keine nachvollziehbare und schlüssige Bearbeitung durchsetzen konnte. FMS als psychosomatische Erkrankung zu deklarieren, erleidet so lange Schiffbruch wie Dysthymia und anhaltende somatoforme Schmerzstörung unter FMS beschrieben werden oder synomym gesetzt werden.
Diese Diagnosen erschweren es nachhaltig, daraus eine Leistungseinschränkung oder behindernde Beeinträchtigung im Bereich des Renten- und/oder des Versorgungsrechts zu entwickeln. Was ist eine „psycho-somatische Erkrankung“. Der ICD-10 Gm kennt eine solche nicht.

Sie lesen nun Anmerkungen, offene Kritik, die sicher von mir ausschliesslich konstruktiv gemeint ist, denn es soll ja nur besser werden.
Offene Kritik trifft weniger die hausärztlichen tätigen Kollegen. Hier hoffe ich in Zukunft zu sehen, wie man einen Schmerzbetroffenen erkennt, besonders einen solchen, der Schmerzen in verschiedenen Körperregionen mitteilt und ihm einige einfache Fragen stellt hinsichtlich seines Leistungsvermögens. Liegt depressive Störung vor ? Sind aus der Biografie Belastugnen zu erkennen ?) . Liegen Laboruntersuchungen ohne auffällige Befunde vor ) ? Falls der Patient schon überall „gewesen“ ist, viele Untersuchungen erfolgten, ohne auffällige Symptome oder Erkrankungen. Geübt dauert das keine 10 Minuten. Empfindet der Patient, dass der Arzt aktiv zuhört, ist die Hälfte schon gewonnen. Ohne Vertrauen läuft gar nichts. Nun bestätigt er dem Patienten, dass er seine Beschwerden nachvollziehen kann und seine Schmerzen als real ansieht. Jetzt geht es nur darum, notwendige Ausschlussuntersuchungen in die Wege zu leiten, unten beschriebene Verhaltens-. und Bewegungsregeln mitzuteilen, zurückhaltend mit Medikamenten umzugehen, welche s.u.
Es kostet nur ein wenig Zeit,
Schon ist eine Patientenkarriere gestoppt. Und das in einer Viertelstunde ! Und teuer ist es auch nicht, das Budget wird kaum belastet. Der Arzt kann nun einen Schmerzpatienten zur Abrechnung kodieren !